Die Praxis des Textes. Raubdrucke und politisches Self-Publishing von den 1960er Jahren bis heute
Die Geschichte politischer Bewegungen ist untrennbar mit der Entwicklung von Selbstpublikationen verwoben. Ab den 1960er-Jahren entstanden in Westdeutschland zahlreiche Verlage, Raubdrucke und Zeitschriften, die der Information und Agitation, aber auch der (Selbst)bildung der politischen Linken dienten. Auch in Frankfurt entstanden zahlreiche Projekte und Publikationen. So zirkulierten Raubdrucke von sozialistischen Klassikern und der Frankfurter Schule unter den Studierenden; in Zeitschriftprojekten wie der »Diskus« wurden neue Ausdrucksmittel erprobt. Das Symposium »Die Praxis des Textes« beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit diesen alternativen Printprodukten.
Organisation
Finn Gölitzer, Adrian Baczyk, Emma Bieck, Nina Sieverding, Adrian Nießler
Das Symposium ist Teil des Programms der World Design Capital 2026 Frankfurt RheinMain.
9. Oktober 2026, 11–18 Uhr
Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main
Der Eintritt ist frei.
Programm und Ablauf
11:00–11:15
Begrüßung & Einführung
11:15–12:00
Michaela Filla-Raquin: Publizieren als Experiment. Der diskus und die Anfänge einer studentischen Gegenöffentlichkeit
12:10–13:00
Annette Gilbert: »Die verlorene Bibliothek«: Reprints zwischen Gemeinnutz, Profit und Recht
13:00–14:00
Mittagspause
14:00–14:45
Hannah Stöwe: »Von Amazonen bis Hexen. Lesbisch-feministisches Selfpublishing in West-Berlin.«
14:50–15:35
Jasper Otto Eisenecker: Learning from Raubdruck: Über Zugang, Zirkulation und Gegenöffentlichkeit im Jetzt
15:45–16:30
Benedict Sepp: »Gegenwissen selbermachen. Raubdrucke als genuine Theorieform der antiautoritären Bewegung.«
16:40–17:25
Jonas von Lenthe: »Distributing Wirklichkeit: Zur Vertriebsgeschichte des Verlags Wirklichkeit Books«