Design Research and Materaldesign in the Chthulucene

Symposium

Im Chthuluzän kann Design nicht als rein menschliche Handlung betrachtet werden: Vielmehr handelt es sich um eine Praxis vielfältiger Verstrickungen von Materialien, speziesübergreifenden Interaktionen und emergenten Formen der Demokratie.

»Material Democracies – Democratic Material. Design Research and Materialdesign in the Chthulucene« lädt Materialdesigner_innen, Theoretiker_innen und Forschende ein, zu untersuchen, wie Materialien, Praktiken und Fertigungsweisen daran teilhaben, mehr-als-menschliche Weltzusammenhänge sowie die fragilen Bedingungen kollektiven Zusammenlebens in ihnen zu gestalten.

Das eintägige Symposium geht von der Auffassung aus, dass Materialien keine passiven Ressourcen, sondern vielmehr aktive Teilnehmende darstellen, die ästhetische, soziale und ökologische Wirklichkeiten mit hervorbringen. Von bio-basierten Verbundstoffen und regenerativer Herstellung bis zu Kreislaufwirtschaft und experimentellem Prototyping richten Praktiken des Materialdesigns unsere Sinne neu darauf aus, was Design bewirken kann und wem es dient. Gleichzeitig fragen Designtheorie und Kritische Designforschung, was Demokratie in Zeiten planetarischer Interdependenzen bedeutet: Wie kann Design Verbundenheit, kinship, statt Kontrolle fördern? Welche Formen der Partizipation, der Sorge und des Verhandelns entstehen, wenn die »Öffentlichkeit« nicht nur Menschen, sondern auch Materialien, nicht-menschliche Entitäten und Umgebungen einschließt?

Im Zusammenbringen von Perspektiven aus Materialdesign, Designforschung und politischer Ökologie möchten wir ein geteiltes Vokabular für das Gestalten im Chthuluzän – Donna Haraways Bezeichnung für die chaotischen, symbiotischen und co-kreativen Zeiten, in denen wir leben – pflegen.

Das Symposium schlägt vor, Design als ein sich Einlassen auf Verstrickungen, entanglements, zu begreifen: verschlungen mit Politiken der Extraktion und Transformation, mit situierten materiellen Praktiken und der stetigen Arbeit an gemeinsam lebbaren Zukünften, über Differenzen hinweg. Wir wollen erforschen, wie materielle Praktiken Orte demokratischer Begegnung werden können – an denen sich Design nicht nur dem Produzieren von Dingen widmet, sondern vor allem dem Verhandeln von Beziehungen und Verantwortungen zwischen den vielen »Agenten«, die unsere geteilte Welt ausmachen.

Das Projekt wird an der HfG betreut von Tom Bieling, Professor für Designtheorie, und Markus Holzbach, Professor für Materialdesign.

24. Juni 2026

HPM, Höchster Porzellanmanufaktur

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